Unser Kirchenchor

Kirchenchor St. Paulus


Der Chor der Gemeinde besteht seit 1970. Auf der Grundlage unseres Glaubens übernimmt er immer wieder gern die Aufgabe, Gottesdienste musikalisch mitzugestalten.

Dazu wurde ein Repertoire erarbeitet, das - angefangen bei einfachen Chorälen über klassische Motetten bis hin zu modernem Liedgut - jederzeit zu den verschiedensten Anlässen (Advent, Weihnachten, Fastenzeit, Ostern, Pfingsten, Kirchweih, Patronatsfest) eingesetzt wird. Unser Ziel bleibt es, durch geistliche Chormusik Glaubensinhalte zu vermitteln und Teil der feiernden Gemeinde zu sein.

„Kommt herbei, singt dem Herrn, ruft ihm zu, der uns befreit. Singend laßt uns vor ihn treten, mehr als Worte sagt ein Lied“ (Gotteslob Nr. 270). So singen wir in unseren Gottesdiensten. Bereichernd erfahren wir dies, wenn wir als Chor die Gottesdienste durch Musikbeiträge ergänzen bzw. unterstützen und so die Erfahrung machen, dass die Kirchenmusik Ausdruck gelebten Glaubens ist.

Auch die Geselligkeit kommt in unserem Chor nicht zu kurz. Wir feiern u.a. jährlich den „Chorgeburtstag“ - machen unseren Jahresausflug - mal in die nähere Umgebung, mal in weitere Ferne – „Dies war immer eine große Freude für mich“ sagt die Notenwartin Christina Schewe - und vieles mehr! Dabei reisst auch die Verbindung zu unseren passiven Chormitgliedern nicht ab.

Sangesfreudige Jugendliche, Frauen und Männer laden wir herzlich ein, bei uns mitzuwirken. Proben sind jeweils mittwochs von 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr im Gemeindezentrum. Viele Mitglieder haben unserem Chor die Treue gehalten. Dafür an dieser Stelle einmal: Herzlichen Dank!

Chorleiter seit Gründung: Günter Brummundt

Fast 4 Jahrzehnte Kirchenchor sind auch erlebte Geschichte.

Fragen wir also einige Zeitzeugen:

Als sich die junge Gemeinde St. Paulus Anfang der 60iger Jahre bildete, so berichtet Joachim Stark, entstand eine Gesangsgruppe unter der Leitung von Vikar Paul Montag und später von Pfarrer Manfred Graf von Pourtales. Nach der Übernahme der Gemeinde durch den jungen Priester Clemens Schräder, war es diesem ein Anliegen, die Liturgie durch besonderen Gesang feierlich zu gestalten. Er regte an, eine Schola zu bilden und fand aktive Männer der Gemeinde: Namen wie Otto Höhne, Günter Sockel, Norbert Iwaskiewiecz, Reinhard Fritsch, Hans Rothe, Joachim Stark, Manfred Sperling, der die Orgel spielte und Helmut Graner, der die musikalische Leitung übernommen hatte, sind im Gedächtnis geblieben.

Proben waren jeden Donnerstag in der Kirche. Kirchenlieder und Antwortgesänge wurden einstudiert. ..Die Gemeinde nahm diese besondere Form an Hochfesten und bei weiteren Gottesdiensten dankend an. „Es waren fröhliche Proben und alle kamen gern. Es bildete sich eine gute Gemeinschaft, die in einer Zeit des Neuanfangs immer einen besonderen Reiz hat.“

Auch Pfarrer Clemens Schräder, befürwortete und unterstützte unsere Gemeinschaft. Gemeinsam mit ihm unternahmen wir Ausflüge: z.B. nach Liebenau zur Schweizer Lust oder Wanderungen in der Umgebung. „Unsere jetzige Chorgemeinschaft begann – wie so vieles im Leben – in der Halle unseres Kindergartens“, so Gründer und Chorleiter Günter Brummundt. Bei einem „Offenen Singen“ fanden sich schnell Jugendliche, Frauen und Männer, die nach anfänglich einstimmigen Gesängen und „Kanons“ sich als „Chorgemeinschaft“ entwickeln wollten. Bereits im Gründungsjahr wurde die Christmette mit nicht erwarteter positiver Resonanz mitgestaltet.

Gerade in der ersten Zeit des noch jungen Chores und seinen jungen Mitgliedern, pflegten wir die Gemeinschaft auf herzliche Art und Weise. Ganze Familien traten unserer Chorgemeinschaft bei. Besonders gern erinnert sich Joachim Stark daran, als der ganze Chor zu ihm und seiner „Lenchen“ in den Partykeller, den Garten oder auf auf die Terrasse kam und fröhlich feierte. Wunderschöne, fröhliche Volks- und Wanderlieder wurden gesungen.

Joachim Stark: „Meine Töchter schmückten Keller und Garten mit Verkehrsschildern, die in Richtung Sopran, Alt, Tenor und Bass zeigten, malten Plakate wo unser Chorleiter in Großformat zu sehen war. Natürlich durfte bei diesen Feiern („..und ist der Keller noch so klein, es paßt ein ganzer Chor hinein!) unser damaliger Präses Pfarrer Clemens Schräder und das Ehrenmitglied des Chores, der damalige Neupriester Lothar Brieskorn nicht fehlen. Viele Menschen kommen mir wieder in den Sinn: Frau Malich, Frau Kamrad, Elvira Beilmann, Willi Krahé und natürlich meine Lenchen. Heribert Rump verdanken wir neben ein von ihm selbst gefertigtes Liederheft, das bis heute genutzt wird -. Es war eine sehr schöne Zeit.“

„Aus der Erinnenrung sind es viele Aktivitäten, die bis heute nachwirken“, erläutert auch Hans-Georg Holschbach, der 2 Jahrzehnte Vorsitzender des Chores war. „Ich denke an die Ausflüge und Konzerte nach Kärnten: Egg, KKötschach-Mauthen und Weißbriach (hier zusammen mit der Hiller Chorgemeinschaft und der Trachtenkapelle Weißbriach im überfüllten Kultursaal der Gemeinde); ebenso an das Konzert in der ev. Kirche Weißbriach, das wir „gegen die Orgel“ gewonnen haben, sowie die Mitgestaltung des Gottesdienstes in St. Lorenzen, wo plötzlich und ganz unerwartet von fremden Gottesdienstbesuchern als „Dankeschön“ eine Spende von 400 DM für die Chorkasse übergeben wurden. Immer wieder begleitet uns auch das jährliche adventliche Singen in den Altenheimen „Salem-Köslin: Haus Emmaus“ und „Michaelshaus“ am Dom; weiter aber auch der ökumenische Gottesdienst am Pfingstmontag in Rothenuffeln. Leider ist das lange Jahre durchgeführte „Ökumenische Weihnachtssingen“ (Thomas-, Erlöser und St. Paulus) ausgestorben. Auch fehlten regelmäßige Dekanatschortage! Familienausflüge des Chores und die vielen Gottesdienste, die wir jeweils im Kichenjahr mitgestalten durften, sind im Gedächtnis eingebrannt! “ Die „Chorgemeinschaft“ machte – nicht nur personell – sondern auch musikalisch ziemlich schnell Fortschritte. Hilfreich war dabei neben der gemeinsamen Glaubensüberzeugung der innere Zusammenhalt. Notenwartin Christina Schewe erläutert dazu aus ihrer Sicht „Natürlich gab es in der gesamten Zeit auch Rückschläge und manches Mal auch Ärger, vor allem, dass der ein oder andere lieber andere Dinge tat, als zu proben!“ - und dennoch: die Chorgemeinschaft feierte – so oft es ging – miteinander: ob Gottesdienste, Geburtstage, grüne, silberne Hochzeiten, jährliche Ausflüge, besonders in Gemeinden, zu denen Chormitglieder persönliche Verbindungen hatten – oder einfach so. Dies strahlte auch in die Gemeinde aus, sodass die Sängerschar ständig wuchs und neue musikalische Herausforderungen angegangen werden konnten. „Immer wieder neu erleben wir die Liebe zur Musik und die gemeinsame Freude daran“, so ergänzt die derzeitigige Vorsitzende Brigitte Aumann, „auch als ein Stück Lebensfreude!“

Im Laufe der Jahre – die Chorgemeinschaft wurde in Kirchenchor St. Paulus umbenannt und offiziell dem Diözesan-Cäcilien-Verband angeschlossen – erweiterte sich das Repertoire kontinuierlich bis hin zu klassischen und romantischen Messen für Chor und Orgel/Orchester. Derzeit steht der Chor erneut vor wichtigen Herausforderungen - die Mitwirkung jüngerer Mitglieder sowie insbesondere der Männerstimmen ist daher dringend geboten -, die sich nicht nur durch das Zusammenarbeiten der Chöre im Pastoralverbund ergeben.

In diesem Zusammenhang bemerkt unser „jüngstes“ Chormitglied Monika Beilke: „Die Erfahrungen, die ich gerade mache, sind sicherlich neben dem Stress bei der Probenarbeit und der Mitgestaltung der heiligen Messen auch die neue, frohmachende Gemeinschaftserfahrung. Ja, im Moment ist es Stress, aber: es ist ein positiver Stress, denn Singen macht mir Spaß!“

Wir werden auch die künftigen Aufgaben wie gewohnt gemeinsam angehen und uns auf dem Weg zum 40jährigen Bestehen gegenseitig stärken.

Soli Deo gloria – Alles zur Ehre Gottes!